Grüßen und Vorstellen in Deutschland (B2)
Grüßen und Vorstellen in Deutschland
Der in Deutschland allgemein übliche, höfliche Gruß an einen beliebigen Mitmenschen lautet „Guten Tag“, den man den ganzen Tag über aussprechen kann. Dem „Guten Tag“ kann man, sofern man die Person gegenüber kennt, ein „Guten Tag, Herr Müller“ oder ein „Guten Tag, Frau Meier“ hinzufügen.
Morgens wünscht man auch „Guten Morgen“, abends wünscht man auch „Guten Abend“. „Gute Nacht“ sagt man eher selten und in der Regel nur dann, wenn sich jemand verabschiedet und man dieser Person einen guten Schlaf wünschen möchte.
Regional gibt es beim Grüßen auch Unterschiede: Im süddeutschen Raum trifft man häufig auch auf das „Grüß Gott“. Auch wenn Sie selbst nicht an Gott glauben: Es ist absolut unhöflich, diesen Gruß mit einer Bemerkung wie „Ja, mach ich, wenn ich ihn sehe“ oder ähnlichem zu erwidern. Bedenken Sie bitte, dass für viele Menschen dieser Gruß ganz normal ist, und dass dieser Mensch vielleicht sogar genau so wenig an Gott glaubt wie Sie, aber im Regelfall jetzt sicher nicht als Erstes mit Ihnen in einen Diskurs über religiöse Fragen eintreten möchte.
Weitere regionale Grüße sind zum Beispiel im österreichischen Raum das „Servus“. In der Schweiz, Österreich und in Altbayern gibt es die Gruß-Formel „bhüeti!“ oder „bhüeti Gott!“ („behüte dich Gott!“), in Österreich und Altbayern "pfüet di!", "pfiat di!" oder "pfiat di Gott!" ausgesprochen. Parallel dazu auch „pfiat ina (Got)!“ („behüte Sie Gott!“), und „pfiat eich (Got)!“ bzw. „pfiat enk (Got)!“ („behüte euch Gott!“). In der Schweiz trifft man auch das „Grüezi“. Im Lötschental und im Goms (Kanton Wallis, Schweiz) wechselt der Gruß gleich viermal: Von Frühmorgens bis etwa 8 Uhr gilt „Güätu Morgu!“, danach bis um Mittag „güät Tag wohl!“. Nach dem Mittagessen bis ca. 20 Uhr wird man mit „Güätu Aabu!“ begrüßt. Später gilt „Güät Nacht wohl!“. Das hessische „Ei Gude, wie?“ heißt übersetzt ungefähr soviel wie „Sieh an, da kommst Du guter Mensch, wie geht es Dir?“.
In Berlin ist morgens ein schlichtes „Mojen!“, tagsüber „Tach!“ und zur Abendszeit „Abend!“ (oder auch „'n Abend!“ für „einen schönen guten Abend!“) gebräuchlich. Die standarddeutschen („hochdeutschen“) Begrüßungsformeln finden allerdings auch hier immer breitere Anwendung.
Im norddeutschen Raum trifft man das „Moin, Moin“ oder „Moin“ („Moin“ bedeutet dabei nicht Guten Morgen).
Das „Hallo“ ist eigentlich ein persönlicher Gruß unter Freunden. In Bereichen, wo die Kommunikation relativ schnell erfolgen soll, etwa bei E-Mails, gilt das Hallo nicht als unhöflich, beim Erstkontakt oder seltenen Kontakten mit Geschäftspartnern sollte jedoch das aus dem Briefverkehr übliche „Sehr geehrte Frau Schulze“ oder „Sehr geehrter Herr Meier“ oder „Sehr geehrte Damen und Herren“ benutzt werden. Das „Hallo“ können Sie bei E-Mails auch benutzen, wenn Sie nicht wissen, wie Sie die Person anreden sollen, z.B. bei Vornamen, die sowohl männlich als auch weiblich sein können (Bsp.: Andrea ist in Deutschland ein weiblicher Vorname, wird aber in Italien als männlicher Vorname verwendet).
Beim Verabschieden sagt man „Auf Wiedersehn“. In Mittel- und Norddeutschland verbreitet (und sich zunehmend auf Süddeutschland ausdehnend) ist „Tschüss!“ oder „Adschüs!“, im Rheinland „Tschö!“.
Manche Grüße gelten sowohl für die Begrüßung wie auch für die Verabschiedung, so kann „Guten Abend!“ lokal auch bedeuten, dass man dem Gegrüßten bei der Verabschiedung eine gute Nacht wünscht. Ein weiteres Beispiel ist in Bayern und Österreich „Servus!“, das sowohl für die Begrüßung als auch für die Verabschiedung gebraucht wird.
Quelle:
https://de.wikibooks.org/wiki/Umgangsformen:_Grüßen_und_Vorstellen
http://de.wikipedia.org/wiki/Gru%C3%9F
Fragen zum Text:
- Welche Grußformel kann man in Deutschland in den meisten Situationen gebrauchen?
- Wie grüßt man in Deutschland zu verschiedenen Tageszeiten?
- Darf man die Formel „Gute Nacht!“ bei der Begrüßung einer Person verwenden?
- Welche Grußformeln verwendet man in verschiedenen Regionen Deutschlands?
- Welche Grußformeln trifft man in Österreich und in der Schweiz?
- Wie viel Mal pro Tag wechselt sich der Gruß in Lötschental und im Goms?
- In welchen Situationen darf man den Partner mit „Hallo“ begrüßen?
- Welche Gruß- und Anredeformeln gebraucht man in der schriftlichen Kommunikation?
- Was sagt man beim Verabschieden?
- Welche Formeln eignen sich sowohl für die Begrüßung, als auch für die Verabschiedung?
- Wie meinen Sie, welche Formeln darf man im geschäftlichen Umfeld gebrauchen?
Aufgaben zur Konversation:
Betrachten Sie den Muster-Informationsbrief aus einer Begrüßungsmappe (Abbildung 1):
1.Überlegen Sie: In welcher Situation wird solch eine Begrüßungsmappe vorbereitet? Wer kann sie bekommen?
- Überlegen Sie:
- Wer hat die Begrüßungsmappe vorbereitet?
- Zu welchen Zwecken wurde die Begrüßungsmappe zusammenstellt?
- Welche Informationen enthält die Begrüßungsmappe?
- Enthält der Informationsbrief irgendwelche guten Wünsche oder Einladungen zur Veranstaltungen?
- Analysieren Sie die Struktur und sprachliche Form des Informationsbriefs:
- Welche Teile enthält der Brief?
- Werden einige Briefteile mit Hilfe von Klischees formuliert?
- Ist der allgemeine Ton des Briefs offiziell und sachlich oder ist er eher locker? Welche sprachlichen Elemente zeugen davon?
- Betrachten Sie die weiteren Auszüge aus der Begrüßungsmappe (Auszug 1 und Auszug 2):
- Welche Informationen kann man in den Auszügen finden?
- Beantworten Sie die folgenden Fragen:
- Welches Ziel hat die Unternehmensveranstaltung?
- Welche Themen stehen auf dem Programm?
ÖSD- B2 -Mündlicher Ausdruck
Aufgabe 1: Kontaktaufnahme
Situation: Sie reisen gerade in Ihre Heimatstadt / Ihr Heimatland und lernen dabei eine Person mit dem gleichen Reiseziel kennen. Beginnen Sie ein intensives Gespräch.
1.Erkundigen Sie sich nach dem Zweck und Ziel der Reise Ihres Gesprächspartners / Ihrer Gesprächspartnerin und überlegen Sie, ob und wie Sie der Person in Ihrer Heimatstadt behilflich sein könnten.
2.Überlegen Sie, ob Sie gemeinsam etwas unternehmen könnten, und wenn ja, was.
3.Beginnen Sie das Gespräch!
Kandidat: Entschuldigen Sie! Darf ich Sie kurz stören? Ich habe gesehen, dass Sie ein deutsches Buch lesen. Dieses Buch habe ich auf Ungarisch schon gelesen.
Prüfer: Wirklich?
Kandidat: Ja, ja. Ein sehr gutes Buch, glaube ich. Sie kommen aus Deutschland?
Prüfer: Ja, aus Hamburg. Also, jetzt komme eben ich aus Budapest, aber eigentlich bin ich aus Hamburg.
Kandidat: Und Sie fahren auch nach Szeged?
Prüfer: Genau.
Kandidat: Darf ich fragen, was Sie in Szeged machen? Ich bin nämlich Szegediner.
Prüfer: Ich habe ein Arbeitsgespräch mit Kollegen aus Szeged. Ich arbeite bei einer deutschen Firma in Budapest und unsere Firma will neue Kontakte in Ungarn aufbauen.
Kandidat: Sie wohnen also hier in Ungarn?
Prüfer: Ja, in Budapest. Aber erst seit zwei Monaten und ich bleibe nur ein halbes Jahr.
Kandidat: Ach so. Und wie gefällt es Ihnen bei uns in Ungarn?
Prüfer: Budapest ist eine wunderschöne Stadt, aber ich bin leider so beschäftigt, dass ich sehr wenig Zeit habe, die Stadt so richtig kennen zu lernen.
Kandidat: Waren Sie schon in Szeged?
Prüfer: Nein, ich kenne nur Budapest. Und einen Tag habe ich in Pécs verbracht. Aber außerdem habe ich nicht viel von Ungarn gesehen.
Kandidat: Szeged ist eine sehr schöne Stadt. Ich lebe seit elf Jahren da. Ich habe hier Anglistik studiert und die Stadt gefällt mir immer noch sehr. Sie hat eine sehr freundschaftliche Atmosphäre.
Prüfer: Ja, ja, das habe ich auch von meinen Kollegen gehört. Ich bleibe jetzt zwei Tage. Vielleicht kann ich mal einen kurzen Spaziergang machen.
Kandidat: Wenn Sie möchten, können wir vielleicht zusammen einen kurzen Stadtrundgang machen. Ich kann Ihnen dann einiges über die Stadt erzählen.
Prüfer: Danke, das möchte ich gern machen. Und wissen Sie, was meine Kollegen in Budapest empfohlen haben: Ich soll unbedingt einmal eine Szegediner Fischsuppe essen.
Kandidat: Auf jeden Fall. Ich kann Ihnen gern das Restaurant mit der besten Fischsuppe in der Stadt zeigen.
Prüfer: Das wäre super nett von Ihnen. Aber leider kenne ich meinen Zeitplan noch nicht genau. Also, ich weiß nicht so richtig, wann ich frei habe. Wahrscheinlich erst in den Abendstunden.
Kandidat: Das passt. Abends bin ich in den nächsten zwei Tagen frei. Ich schlage vor, ich gebe Ihnen meine Telefonnummer und Sie rufen mich einfach an.
Prüfer: Perfekt. Danke.
Kandidat: Also, zunächst einmal stelle ich mich vor. Ich heiße Attila Máder.
Prüfer: Attila … Okay. Und ich heiße Erich. Erich Kargl.
Kandidat: Also, meine Nummer ist: 00 36 / 30 / ……..
Prüfer: Alles klar. Also, ich rufe Sie am Abend an und dann besprechen wir, wo wir uns treffen können.
Kandidat: Okay. Ich warte auf Ihren Anruf.
Aufgabe 2: Über ein Bild sprechen
1.Wählen Sie eines der drei Bilder aus und
2.begründen Sie, warum Sie sich für dieses Bild entschieden haben,
3.beschreiben Sie das Bild und
4.gehen Sie dann auf das Thema des Bildes ein: Was ist das Thema? Was sagt für Sie das Bild aus? Äußern Sie Ihre Meinung und Vermutung!
Also, ich sehe drei Bilder. Das erste Foto stellt eine Großstadt dar, eine Straße mit vielen Autos und modernen Hochhäusern. Vermutlich sind das Bürohäuser. Ich glaube, das Foto ist in den USA gemacht worden.
Auf dem zweiten Bild ist eine Frau zu sehen, die sich mit einem Delfin beschäftigt. Sie machen wahrscheinlich eine Show für das Publikum. Die Frau spielt mit dem Delfin und der Delfin scheint Spaß am Spiel zu haben.
Auf dem dritten Bild sehe ich ein Opernhaus oder ein Theatergebäude. Am Gebäude hängen Poster von bekannten Opernsängern.
Ich selbst höre keine Opern und kenne die Welt der Oper auch nicht besonders gut, Tiere interessieren mich auch nicht so sehr, deswegen würde ich am liebsten über das erste Foto sprechen.
Wie gesagt, auf dem Foto kann man eine amerikanische Großstadt, eine Metropole sehen. Die Autos sind groß, die Gebäude sehr modern mit viel Glas und Stahl. Für mich handelt es sich auf diesem Foto um das Thema Großstadtleben. Da ich in einer kleineren Stadt wohne, beschäftige ich mich auch mit dem Gedanken, einmal in eine Großstadt zu ziehen.
Die Großstadt bietet viele Möglichkeiten, die man in einer Kleinstadt oder auf dem Land nicht hat. Es gibt viel mehr Unterhaltungs- und Arbeitsmöglichkeiten, es gibt gute Kliniken, Touristen, oft auch Universitäten. Das ganze Leben ist schneller und abwechslungsreicher. Man trifft viele unbekannte Menschen und da passiert immer etwas Neues.
Für junge Menschen ist es sehr wichtig, dass ihr Leben schnell und spannend ist und dass sie ihre Ziele verwirklichen können. In der Großstadt haben sie bessere Chancen darauf.
Auf dem Foto sieht man keine Menschen. Sie sitzen wahrscheinlich in ihren Autos oder arbeiten in den Bürohäusern. Das Großstadtleben ist anonym. In einer Kleinstadt kennt jeder jeden. Die Atmosphäre ist familiärer, man erlebt keine großen Überraschungen, keine Neuigkeiten. Doch das Leben ist auch viel sicherer.
Ich denke, das Foto zeigt eindeutig, dass man in der Stadt wenig Platz und Privatsphäre hat. Die großen Häuser stehen sicht nebeneinander. Dafür gibt es aber viele Menschen, überfüllte Straßen, Lärm und Hektik.
Das heißt, das Leben in einer Metropole hat natürlich auch Nachteile, trotzdem würde ich das Großstadtleben wegen der vielen Vorteile sehr gern ausprobieren.
Aufgabe 3: Diskussion
Situation: Sie und Ihr Gesprächspartner haben folgende Stellungnahmen zum Thema „Großfamilie“ gelesen und sollen darüber diskutieren. Sagen Sie zuerst Ihre Meinung und fragen Sie dann Ihren Gesprächspartner nach seiner Position. Diskutieren Sie und versuchen Sie, Ihren Gesprächspartner mit Argumenten zu überzeugen.
Ich glaube, die Kinder großer Familien sind glücklicher, denn sie haben jüngere Geschwister, mit denen man spielt und auf die man aufpasst.
Sie sind im hohen Alter nicht allein, sondern haben jemanden, dem man vertraut und den man um Rat sucht.
Kinder in Großfamilien lernen sehr viel schneller für sich selbst und andere zu sorgen, als Einzelkinder.
Darüber hinaus sitzen sie nicht unbedingt allein vor der Playstation, sondern haben immer jemanden, mit dem sie spielen oder auch ihre Sorgen teilen können.
Und Kinder können auch ganz, ganz viel voneinander lernen.
Natalja (18)
Ich möchte keine Großfamilie.
In Familien mit vielen Kindern herrschen oft finanzielle Probleme – und das selbst, wenn Vater oder Mutter einen sehr guten Verdienst haben.
Wenn viele Geschwister da sind, bekommt jedes Kind weniger Aufmerksamkeit von den Eltern.
Wenn alle Kinder noch zu Hause sind, dann hat man selten einen Platz, wo man einfach mal alleine sein kann – für sich.
Die Arbeitsbelastung für die die Eltern ist natürlich enorm – und wenn die Familie nicht außergewöhnlich reich ist und sich mehrere Au-Pairs leisten kann, dann hat die Mutter natürlich wenig Zeit für jedes einzelne ihrer Kinder.
Erich (23)
Kandidat: Ich möchte also meine Meinung zum Thema „Großfamilie“ äußern. Ich habe zwei Kommentare zum Thema gelesen und ich glaube, in beiden Meinungen stimmt vieles.
Ich bin mir auch ganz sicher, dass das Leben in einer Großfamilie sehr interessant ist, wie Natalja das schreibt. Die Familienmitglieder können gemeinsame Programme machen, da ist man nie allein. Und die Kinder können einander viel helfen. Doch ich denke, wenn man so viele Kinder hat, bekommt man auch große finanzielle Probleme. Es kostet eine Menge Geld, das Essen, die Kleidungen, die Spielzeuge und die Schulsachen für die Kinder zu kaufen. Die Eltern müssen sehr viel arbeiten, aber sie sollten sich auch viel um die Kinder kümmern. Doch sie haben keine Zeit. Also, für die Eltern ist es bestimmt sehr schwer, so viele Kinder zu erziehen. Was denken Sie darüber?
Prüfer: Ich glaube, Sie haben teilweise Recht. Doch die Eltern, die sich für eine Großfamilie entscheiden, wissen ganz genau, dass das Leben mit so vielen Kindern nicht einfach wird. Für sie sind aber die positiven Argumente, die Liebe, die Zuwendung, das Zusammensein wichtiger, als das Geld. Meinen Sie das nicht?
Kandidat: Doch. Das stimmt natürlich. Aber Großfamilien können oft
keinen Urlaub machen. Die Eltern sind immer gestresst wegen der Arbeit. Auch zu
Hause ist immer viel Lärm. Das ist alles sehr schwer.
Prüfer: Natürlich. Aber ich kenne einige Familien, die viele Kinder haben und ich sehe, dass es den Kindern sehr viel Spaß macht, so viele Geschwister zu haben. Gemeinsam spielen, gemeinsam lernen, immer miteinander sprechen können, das erleben die Kinder sehr positiv.
Kandidat: Ja, aber es gibt auch unglaublich viel Streit und Krach, wenn so viele Kinder da sind. Babygeschrei, Lärm, Weinen. Die Eltern müssen sehr gute Nerven haben.
Prüfer: Da haben Sie völlig Recht.
Kandidat: Und ich sehe noch ein großes Problem. Wenn die Kinder erwachsen sind, können ihnen die Eltern nicht so viel helfen. Das Studium kostet sehr viel Geld, die erste eigene Wohnung muss man kaufen. Aber die Eltern müssten allen drei, vier Kindern helfen und das geht nicht. Was halten Sie davon?
Prüfer: Das finde ich auch schwer. Doch ich glaube, die Kinder einer Großfamilie sind immer viel selbstständiger als Einzelkinder. Sie wissen, dass sie vieles alleine machen müssen und die Eltern nicht immer gleich helfen können. Solche Kinder kommen im Leben oft besser zurecht. Sie können härter für ihre Ziele kämpfen.
Kandidat: Ja. Da haben Sie Recht. Also, ich denke insgesamt, dass das Leben in einer Großfamilie bestimmt sehr interessant und spannend ist. Es hat viele Vorteile für die Kinder und die Eltern. Aber es hat auch viele Schwierigkeiten. Ich persönlich möchte deshalb keine Großfamilie. Aber ich finde es trotzdem sehr schön, wenn sich junge Eltern dafür entscheiden.
Goethe- B2 -Mündlicher Ausdruck telc- B2 -Mündlicher Ausdruck
Goethe Zertifikat B2 - Mündlicher Ausdruck
Goethe-Zertifikat B2 / Aufgabe 1: Produktion
Die Großfamilie stirbt in Deutschland aus
Nur noch wenige Eltern entscheiden sich für drei oder mehr Kinder. Denn das
neue Ideal der berufstätigen Mutter passt nicht zum traditionell geprägten
Lebensstil der Großfamilie. Anders als in Frankreich, den USA oder Schweden
gründen hierzulande nur noch verschwindend wenige Paare eine Großfamilie. Der
Anteil der Familien, in denen vier und mehr Kinder leben, ist auf drei Prozent
abgesackt. 1980 war ihr Anteil noch doppelt so hoch. Vor allem die bürgerliche
Mittelschicht ist vergleichsweise kinderarm.
Präsentieren Sie Ihrem/r Gesprächspartner/in Thema und Inhalt des Textes. Nehmen Sie kurz persönlich Stellung:
- Welche Aussage enthält der Text?
- Welche Beispiele fallen Ihnen dazu ein?
- Welche Meinung haben Sie dazu?
Lösungsvorschlag: Goethe-Zertifikat B2 - Aufgabe 1: Produktion
Im vorliegenden Text geht es um Großfamilien und darum, dass es in Deutschland immer weniger Großfamilien gibt. Im Vergleich zu anderen Ländern wie z.B. Frankreich oder den USA gründen in Deutschland nur ganz wenige Paare eine Großfamilie. Im Jahre 1980 hatten noch sechs Prozent der Familien drei oder mehr Kinder, heute sind es nur noch drei Prozent.
Ich kann mir gut vorstellen, dass das Leben in einer Großfamilie sehr interessant ist. Da passiert immer etwas, da langweilt man sich nie. Und ich glaube, es muss auch schön sein, viele Geschwister zu haben. Geschwister können einander immer helfen, es ist immer jemand da, mit dem man seine Probleme besprechen kann, man bekommt sehr viel Liebe und Zuwendung, man kann viel gemeinsam unternehmen.
Andererseits haben die Eltern wahrscheinlich nicht so viel Zeit für die einzelnen Kinder. Vermutlich gibt es auch viele Konflikte in einer Großfamilie, weil die vielen Familienmitglieder verschiedene Interessen haben. Außerdem muss es in einer Großfamilie auch schwer sein, allein zu bleiben, obwohl man manchmal gern Zeit für sich selbst haben möchte.
Bei uns in Ungarn kann man die gleiche Tendenz beobachten: Es gibt nur noch ganz wenige Großfamilien. Ich persönlich kenne auch nur ein paar Familien mit drei Kindern. Sechs- oder siebenköpfige Familien kenne ich überhaupt nicht. Dafür gibt es immer mehr kinderlose Ehepaare, Einzelkinder und allein erziehende Mütter oder Väter.
Meiner Meinung nach kann man das leider auch gut verstehen. Die meisten Menschen haben Angst vor finanziellen Problemen. Ich bin mir ganz sicher, dass das Leben sehr schwierig ist, wenn man so viele Kinder hat. Entweder die Eltern arbeiten sehr viel für die Familie und haben wenig Zeit für die Kinder, oder sie arbeiten nicht so viel, aber dann ist es auch schwer das Geld für den Lebensunterhalt, die Kleidungen und die Schule der Kinder zu verdienen. Ein Urlaub mit vielen Kindern kostet auch eine Menge Geld.
Heutzutage ist die Karriere für viele Menschen wichtiger als die Familie. Sie wollen zunächst ihre Karriere aufbauen, erst dann denken sie an die Familiengründung. So ist es auch schwer eine Großfamilie zu haben.
Was mich persönlich betrifft: Ich habe einen jüngeren Bruder und ich selbst möchte auch nicht mehr als zwei Kinder haben. Meine Großmutter hatte fünf Geschwister, aber damals gab es noch viele Großfamilien, es war nichts Besonderes, vier, fünf oder sogar noch mehr Kinder zu haben.
Ich halte es für wichtig, dass ein Kind Geschwister hat, aber mit vielen Kindern ist das Leben in vielen Situationen sehr schwer. Deshalb würde ich selbst auch nicht gern in einer so großen Familie leben.
Goethe-Zertifikat B2 / Aufgabe 2: Interaktion
Für einen Beitrag in der Lokalzeitung über das Thema „Gibt es noch typische Männer- und Frauenberufe im 21. Jahrhundert?“ sollen Sie eines der drei Fotos auswählen.
- Machen Sie einen Vorschlag und begründen Sie ihn.
- Widersprechen Sie Ihrem/r Gesprächspartner/in.
- Kommen Sie am Ende zu einer Entscheidung.
Lösungsvorschlag: Goethe-Zertifikat B2 - Aufgabe 2: Interaktion
Kandidat/in: Unsere Aufgabe besteht darin, für einen Zeitungsartikel zur Frage „Gibt es noch typische Männer- und Frauenberufe im 21. Jahrhundert?“ das passende Bild auszuwählen.
Ich glaube, das zweite Foto (oben rechts) würde am besten zu diesem Thema passen. Auf diesem Bild sind ein Polizist und eine Polizistin in Uniform zu sehen und das Bild illustriert schön, dass es heutzutage keine typischen Männer- und Frauenberufe mehr gibt. Es gibt immer mehr Frauen, die einen männlichen Job wählen.
Prüfer: Das sehe ich anders. Ich glaube, es gibt immer noch viele traditionelle Frauenberufe, wie man das auch auf dem dritten Foto, unten sehen kann. Im Kindergarten arbeiten in der Regel nur Frauen, weil die Frauen besser mit Kleinkindern umgehen können. Es macht ihnen auch Spaß, sich um Kinder zu kümmern. Kindergärtnerin ist also ein ganz typischer Frauenberuf. Ich würde also das dritte Foto wählen.
Kandidat/in: Damit bin ich nicht einverstanden. Ich kenne persönlich einen jungen Mann, der im Kindergarten arbeitet. Die Kinder lieben ihn und auch die Eltern sind sehr zufrieden mit ihm.
Prüfer: Ich glaube, das ist eher die Ausnahme. Bauarbeiter, Automechaniker, LKW-Fahrer und Feuerwehrleute sind immer noch fast ausnahmslos Männer.
Kandidat/in: Ich denke, da irren Sie sich. Wie es auch auf dem ersten Bild zu sehen ist, gibt es schon Frauen, die als Kfz-Mechanikerinnen arbeiten. Im Allgemeinen kann man sagen, dass sich immer mehr Frauen für die Technik interessieren. Man sieht auch immer mehr Busfahrerinnen, obwohl dieser Beruf früher eindeutig als Männerberuf galt. Und auf den Straßen sieht man auch immer mehr Polizistinnen, wie auf dem zweiten Foto.
Prüfer: Da haben Sie nur teilweise Recht. Die „typischen Frauenberufe“ werden meistens immer noch von Frauen ausgeübt. Für einige Jobs sind die Frauen physisch nicht kräftig genug. In anderen Fällen haben eben die Frauen ein besseres Gefühl für den Beruf. Und auch die Traditionen sind sehr wichtig. Daher denke ich, dass das Foto von der Kindergärtnerin die beste Wahl für den Zeitungsartikel wäre.
Kandidat/in: Da kann ich Ihre Meinung nicht teilen. Das Foto von der Kindergärtnerin zeigt nämlich eine Situation, die sich für heute geändert hat. Ich glaube, die Illustration im Zeitungsartikel sollte vor allem die aktuellsten Tendenzen in der Gesellschaft zeigen.
Prüfer: Ja, da haben Sie vielleicht Recht.
Kandidat/in: Deswegen sollten wir das zweite Foto nehmen.
Prüfer: Okay. Doch man darf nicht vergessen, dass sehr viele Frauen immer noch typische Frauenberufe ausüben.
Kandidat/in: Das stimmt natürlich. Und diese Information muss natürlich auch im Artikel stehen. Doch als Illustration passt das Foto von der Polizistin – da bin ich mir ganz sicher.
Prüfer: Alles klar. Ihre Argumente sind schon überzeugend. Nehmen wir dann das Foto von der Polizistin.
Telc B2 - Mündlicher Ausdruck ÖSD- B2 -Mündlicher Ausdruck
telc Deutsch B2 - Mündlicher Ausdruck
Teil 1: Präsentation
Sie sollen kurz Ihrem Partner / Ihrer Partnerin eines der folgenden Themen präsentieren (Die Stichpunkte in den Klammern können Ihnen dabei helfen). Sie haben dazu ca. zwei Minuten Zeit. Nach Ihrer Präsentation beantworten Sie die Fragen Ihres Partners / Ihrer Partnerin.
Lösungsvorschlag: telc Deutsch B2 / Teil 1: Präsentation:
Ich möchte über eine Auslandsreise erzählen, die ich letztes Jahr gemacht habe. Im September hatte ich die Möglichkeit, mit meiner Mutter und meinen beiden Brüdern für eine knappe Woche nach Berlin zu fahren. Meine Mutter nahm an einer Konferenz teil und sie hat uns mitgenommen. Sie hat auch Bekannte in der Stadt, die uns die Sehenswürdigkeiten zeigen konnten und Tipps gaben, wo wir unbedingt hingehen sollten.
Die Stadt hat mich ganz beeindruckt. Ich fand Berlin sehr lebendig, spannend und international. Überall gab es sehr viele Touristen und außer Deutsch hörte ich sehr viele Sprachen auf der Straße, vor allem Spanisch, was mich ein bisschen überrascht hat. Berlin ist eine Metropole mit mehr als 3 Millionen Einwohnern, trotzdem war die Stadt ganz geräumig und die Menschenmenge hat uns überhaupt nicht gestört. Vor dem Reichstag musste man zwar eine halbe Stunde Schlange stehen wegen der vielen Touristen, doch der Ausblick von der Kuppel auf die Stadt war wirklich beeindruckend.
Unser Hotel befand sich in der Nähe des Alexanderplatzes, also fast im Stadtzentrum. Wir haben fast alle Sehenswürdigkeiten gesehen: den Reichstag, die Museumsinsel mit dem Pergamonmuseum, den Fernsehturm, das Berliner Olympiastadion, den Gendarmenmarkt, das ganz moderne Bahnhofsgebäude und vieles noch. In der Stadt hat mir sehr gut gefallen, dass es überall sehr viel Grün gibt. Parks, Alleen, Bäume überall.
Abends sind wir mit unseren deutschen Bekannten ausgegangen, einmal waren wir im Kino und zweimal sind wir ins Restaurant gegangen. Da habe ich eigentlich keine deutschen Spezialitäten gegessen, sondern Pasta, weil unsere deutschen Freunde sehr gern italienisch essen.
Was ich außerdem ganz lecker fand, war Döner Kebab. In Berlin findet man fast an jeder Ecke ein türkisches Restaurant oder einen Imbiss, wo man Döner oder Falafel bekommt. Sie schmecken sehr gut und kosten auch nicht so viel. Für 2,60€ wird man ganz satt.
Am allerbesten fand ich aber den Skaterpark, wo wir einmal hingegangen sind. Ich fahre Skateboard, das ist mein Hobby und dieser Park war der beste, den ich je gesehen habe. Der war in einer ganz großen Parkanlage und es gab unglaublich viele Skater da. Einige habe ich auch kennen gelernt. Wir haben zum Teil Deutsch gesprochen, aber manchmal mussten wir zum Englisch wechseln, weil ich nicht alles verstanden habe, was die Deutschen sagten.
Insgesamt hat mir Berlin sehr gut gefallen. Es ist die beste Stadt, wo ich bis dahin gewesen bin und ich würde sehr gern noch einmal hinreisen. Die Stadt kann ich allen nur empfehlen.
Du hast gesagt, dass ihr einmal im Kino wart. Habt ihr da einen deutschen Film gesehen?
Ja. Es war ein ganz neuer Film: Der Baader-Meinhof-Komplex. Im Film ging es um eine Terroristengruppe, die in den 70-er Jahren – glaube ich – gegen den Kapitalismus gekämpft hat. Sie haben Bankiers und Geschäftsleute getötet, Autos gesprengt usw. Der Film war ziemlich brutal und ich habe vieles auch nicht verstanden, aber es war ein sehr spannender Film.
Okay. Du hast auch erwähnt, dass ihr auf einer Museumsinsel wart. Was ist das eigentlich?
Im Zentrum von Berlin, ganz in der Nähe des Berliner Doms stehen fünf Museen auf einer kleinen Insel. Ich glaube, das bekannteste Museum ist das Pergamonmuseum. Da kann man den Pergamonaltar sehen. Das ist etwas ganz Besonderes. Im Museum hat man mehrere antike Stadtteile aufgebaut. Wenn du die Möglichkeit hast, solltest du das einmal unbedingt besichtigen. Ganz beeindruckend.
telc Deutsch B2 / Teil 2 – Diskussion
Lesen Sie den folgenden Text aus einer Zeitschrift. Diskutieren Sie mit Ihrem Partner / Ihrer Partnerin über den Inhalt des Textes, bringen Sie Ihre Erfahrungen ein und äußern Sie Ihre Meinung. Begründen Sie Ihre Argumente. Sprechen Sie über mögliche Lösungen.
Drei Generationen unter einem Dach: Schönheiten und Schattenseiten des „Großfamilienlebens“
Besonders in ländlichen Gebieten trifft man oftmals noch auf die traditionellen Großfamilien. Des Öfteren bemerkt man aber auch in diesen Regionen eine Abneigung gegenüber einer Wohngemeinschaft mit Kindern, Eltern und Großeltern.
Doch besteht in einer solchen Großfamilie wirklich ein Nachteil oder hat sie auch ihre Vorteile?
Das Leben in einer Großfamilie ermöglicht es vor allem den Eltern jüngerer Kinder, die eine ständige Betreuung brauchen, arbeiten zu gehen, da in einem solchen Haushalt zu jeder Zeit jemand da ist, der auf die Kinder aufpassen kann.
Nicht zu vergessen ist, dass durch das Zusammenleben in einem Haushalt enorme Unkosten eingespart werden können. Dazu gehören unter anderem die Mietkosten, Versicherungen und Energiekosten. Diese würden anderenfalls doppelt anfallen.
Durch den ständigen Kontakt mit älteren Menschen lernen Kinder schon früh den Umgang mit ihnen und entwickeln die bei vielen Jugendlichen gänzlich fehlende Toleranz.
Auf der anderen Seite wissen wir alle aus eigener Erfahrung, dass oftmals schon zwischen Eltern und Kindern Generationskonflikte bestehen. Da ist es ganz natürlich, dass diese Konflikte zwischen Kindern und Großeltern noch von erheblich größeren Ausmaßen sind. Oftmals fehlt den Großeltern das Verständnis für die durch Modetrends und HipHop geprägte, moderne Lebensart der Jugend. Die durch jene Generationskonflikte entstehenden Meinungsverschiedenheiten enden somit nicht selten im Streit.
Sicherlich kann jeder nachvollziehen, dass man in einer solchen Großfamilie stark in seiner Privatsphäre eingeschränkt ist. Man kann nicht tun und lassen was man möchte, sondern muss ständig Rücksicht auf die anderen Familienmitglieder nehmen.
Nach Abwägung der Vor- und Nachteile können wir keine klare Empfehlung für oder gegen eine Großfamilie aussprechen. Somit bleibt als Kompromiss nur, dass jede Familie diese Entscheidung unter Einbeziehung ihrer Situation (Finanzen usw.) selbst zu treffen hat.
Lösungsvorschlag: telc Deutsch B2 / Teil 2 – Diskussion
Kandidat 1: Im Text, den ich gelesen habe, geht es um Großfamilien, wo Kinder mit ihren Eltern und Großeltern zusammen leben, also drei Generationen unter einem Dach. Im Text steht, dass das Zusammenleben von drei Generationen sowohl Vorteile, als auch Nachteile hat.
Positiv ist zum Beispiel, dass die Eltern arbeiten gehen können, weil die Großeltern auf die Kinder aufpassen. Man kann auch Kosten sparen. Die Energiekosten sind natürlich nicht so hoch, wenn die drei Generationen in einem Haus leben und nicht zwei Wohnungen brauchen. Außerdem lernen die Kinder auch Toleranz.
Andererseits ist es negativ, dass es zwischen den Kindern und den Großeltern Generationskonflikte und Streit geben kann, weil die Großeltern die Jugendlichen oft nicht verstehen. Noch dazu hat man auch keine richtige Privatsphäre, deswegen kann man nicht tun, was man möchte. Sondern man muss auch immer auf die anderen achten.
Ich persönlich glaube, dass es besser ist, wenn die Kleinfamilie nicht mit den Großeltern zusammen lebt. Doch die Familie soll die Großeltern möglichst oft besuchen und auch die Großeltern können oft kommen, wenn man sie braucht. Was meinst du darüber?
Kandidat 2: Ich meine, heutzutage ist es für alle Menschen sehr wichtig, dass sie unabhängig und frei sind. Deswegen möchten die meisten Jugendlichen als Erwachsene nicht mit ihren Eltern zusammen leben. Doch sie brauchen oft die Hilfe ihrer Eltern und freuen sich auch, wenn die Großeltern kommen, um auf die Kinder aufzupassen.
Kandidat 1: Das finde ich auch. Auf der anderen Seite gibt es viele junge Leute, die sich nicht leisten können, eine eigene Wohnung zu kaufen. Sie haben überhaupt keine Möglichkeit, von ihren Eltern wegzuziehen.
Kandidat 2: Das stimmt. Und es gibt auch immer mehr Singles, die es sehr schön finden, sogar mit 30 zu Hause zu wohnen.
Kandidat 1: Ich glaube, da hast du nur teilweise Recht. Solange man Single ist, bleibt man gern zu Hause. Aber wenn man eine Familie gründen will, will man meistens auch eine eigene Wohnung haben.
Kandidat 2: Also, meine Großeltern leben ziemlich weit von uns. Und meine Eltern wünschten sich manchmal – vor allem, als ich noch klein war –, dass sie in unserer Stadt lebten. Wir konnten sie damals sehr selten besuchen. Und wenn meine Eltern Hilfe brauchten, konnten sie oft nicht kommen.
Kandidat 1: In meinem Fall sieht es anders aus. Die Eltern meiner Mutter leben in meiner Stadt. Nach der Schule bin ich immer zu meiner Großmutter gegangen, sie hat für mich gekocht und hat mir bei der Hausaufgabe geholfen. Das hat super funktioniert, bis ich so 12 Jahre alt war. Mit 13 wollte ich eigentlich schon mit meinen Klassenkameraden in die Mensa gehen, obwohl das Essen viel schlechter war, als bei Großmutti. Aber für meine Eltern war es sehr gut, dass meine Großeltern immer da waren, wenn wir sie brauchten.
Kandidat 2: Das kann ich gut verstehen: Das Menü in der Mensa habe ich auch gehasst. Was aber noch ein sehr großes Problem ist, wenn die Großeltern schon sehr alt und krank sind. Dann können sie nicht mehr helfen, sondern sie brauchen selbst Hilfe.
Kandidat 1: Ja, das ist bestimmt sehr schwer. Doch ich glaube, die Familie ist dafür da, dass die Familienmitglieder einander helfen, wenn es dazu kommt. Und ich finde es auch sehr wichtig, dass die Kinder und Jugendlichen die Hilfsbereitschaft erlernen.
Kandidat 2: Also, eigentlich möchte ich mit meiner eigenen Familie auch in meiner eigenen Wohnung leben. Doch es wäre sehr schön, wenn die Großeltern in unserer Nähe leben würden. So könnten wir einander gegenseitig helfen, wenn jemand Hilfe braucht.
Lösungsvorschlag: telc Deutsch B2 / Teil 3 – Problemlösung
Kandidat 1: Also, unsere Aufgabe ist es, ein Treffen für deutsche und ungarische Kunststudenten zu organisieren. Das Programm dauert drei Tage und wir haben auch ganz schön viel Geld. Hast du Ideen dazu?
Kandidat 2: Ja. Ich glaube, das Programm sollten wir unbedingt in Budapest organisieren. Da gibt es nämlich die meisten Museen, Galerien und Kunsthochschulen, für die sich die Studenten interessieren könnten.
Kandidat 1: Das stimmt, doch Pécs ist im Jahre 2010 Europäische Kulturhauptstadt. Ich kann mir auch vorstellen, dass sich die Studenten in Pécs treffen. Was würdest du dazu sagen?
Kandidat 2: Die Idee finde ich eigentlich gut. Doch ich glaube, die Studenten sollten in Budapest wohnen und an einem Tag könnten wir gemeinsam einen Ausflug nach Pécs machen. Wir mieten einen Bus und fahren alle gemeinsam nach Pécs. Geht das?
Kandidat 1: Okay, einverstanden. Und welche Programme können wir anbieten? Da sie alle Kunststudenten sind, gehen sie wahrscheinlich gern in Museen. Das Museum der Schönen Künste und die Nationalgalerie sollten wir ihnen unbedingt zeigen.
Kandidat 2: Das finde ich auch. Doch wir müssen auch darauf achten, dass sie nicht den ganzen Tag durch verschiedene Museen laufen müssen.
Kandidat 1: Das habe ich auch nicht gemeint. Ich denke, an einem Abend sollte die Gruppe ins Konzert oder ins Theater gehen.
Kandidat 2: Das Theater geht leider nicht, weil die deutschen Gäste die Sprache nicht verstehen.
Kandidat 1: Wenn wir zu einem Musical gehen, ist die Sprache kein Problem.
Kandidat 2: Diese Idee finde ich eigentlich doch nicht so gut. Wir sollten lieber eine Party organisieren. Eine Party könnte die Studenten einander näher bringen. Wenn wir immer nur kulturelle Programme anbieten, wird es auch langweilig.
Kandidat 1: Da hast du Recht. Ich glaube, die Party sollte gleich am ersten Abend stattfinden, damit die Studenten sich gleich am Anfang ein bisschen kennen lernen.
Kandidat 2: Okay. Und wo?
Kandidat 1: Entweder im Studentenklub der Hochschule, oder wir mieten eine Bar an.
Kandidat 2: Ich glaube, der Sudentenklub wäre besser. Da können die deutschen Studenten gleich sehen, wo und wie ihre ungarischen Kollegen feiern.
Kandidat 1: Okay. Dann machen wir das so. Und was mir jetzt gerade einfällt: Wie wäre es, wenn die Deutschen und die Ungarn gemeinsam etwas Kreatives machen sollten. Ein großes Gemälde, eine Skulptur oder so etwas. Sie sind schließlich alle Kunststudenten.
Kandidat 2: Ja, klar, doch eine Frage möchte ich noch unbedingt klären. Wo werden die deutschen Studenten übernachten?
Kandidat 1: Wir buchen einfach Hotelzimmer für sie.
Kandidat 2: Und wie wäre es, wenn die deutschen Gäste bei den ungarischen Studenten wohnen würden? So wie bei einem Austauschprogramm. Dann könnten sie sich besser anfreunden.
Kandidat 1: Die Idee ist eigentlich gut, doch nicht alle Ungarn können Deutsch oder Englisch. Und es gibt auch welche, die im Studentenwohnheim leben. Sie können keine Gäste unterbringen. Ich glaube, wir sollten sie zuerst fragen.
Kandidat 2: Okay. Dann machen wir das folgenderweise: ein Paar Tage machen wir uns beide noch mal Gedanken über das Programm und nächste Woche besprechen wir alle Einzelheiten.
Kandidat 1: Alles klar. Dann bis nächste Woche.
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